Konzept

HORTUS CIRCULOSUS – Kreisläufe zwischen Natur und Kunst

 Jeden Tag werden in Deutschland 120 Hektar Fläche versiegelt. Ein Zusammenhang zwischen Störungen von Kreisläufen wie Wasser- aber auch Energie-, Wirtschafts- und Nahrungsmittelkreisläufen und dem Klimawandel sowie der Endlichkeit unserer Energie- und Wachstumsressourcen ist offensichtlich.

 Als Künstlerin, die sich mit Kreisläufen und Organismen, die aus dem Zusammenspiel von Organischem und Anorganischem, von Künstlichkeit und Natur entstehen, beschäftigt, habe ich das Projekt „HORTUS CIRCULOSUS – Kreisläufe zwischen Natur und Kunst“ in Zusammenarbeit mit der Stiftung SPI – Sozialpädagogisches Institut Berlin und dem Kunstverein Haus am Lützowplatz initiiert.

 Studierende der Sozialpädagogik sollen für Kreisläufe und ihre Störungen in ihrem Lebensumfeld sensibilisiert werden. Untersuchungen und Experimente von und mit Kreisläufen werden in einer Vision vom Zusammenspiel von Kunst und Natur münden und damit ein grundlegendes Prinzip von „Nachhaltigkeit“ abbilden: Nur Kreisläufe, die wie ein Organismus funktionieren, können nachhaltig sein. Ein Garten ist dafür ein idealer Erprobungsraum, denn er wird vom Menschen im Zusammenspiel mit der Natur gestaltet und er kann sich selbst als Teil verschiedener Kreislaufsysteme begreifen.

 Dafür stellt der Kunstverein Haus am Lützowplatz seinen Garten und Hof auch über den Projektzeitraum hinaus als Freiluftlabor zur Verfügung: Vorhandene Elemente dürfen verändert, Versiegelungen aufgebrochen und der Raum umgestaltet werden. ( www.hausamluetzowplatz-berlin.de ). Von Februar bis April 2012 steht außerdem die Studiogalerie als Arbeits-, Veranstaltungs- und Ausstellungsraum zur freien Nutzung bereit.

 In einem ersten Projektteil werden im regulären Unterricht – angeregt durch die jeweiligen DozentInnen und FachlehrerInnen – einzelne Kreisläufe aus den Bereichen Klima, Wasser, Pflanzenwachstum, Städtebau, Soziales, Nahrungsmittel etc. vertiefend recherchiert und untersucht. Außerdem wird die Bildhauerin Birgit Cauer (in Kooperation mir den DozentInnen) gemeinsam mit den Studierenden in Fächern wie „Lebensräume“ und „Alltag und Anlässe“ deren Umfeld und den Weg zum Haus am Lützowplatz erforschen.

 Daraus werden sich erste künstlerische Formulierungen in Form von kleinen Interventionen im öffentlichen Raum und künstlerische Objekte, wie z.B. Film, Fotos, erste Pflanzenobjekte ergeben. Im weiteren Verlauf des Semesters werden die Studierenden zu Vorträgen zum Thema eingeladen und z.B. die Ausstellung der Künstlergruppe „Das Numen H2O“ zum Thema Wasser im Haus am Lützowplatz besuchen.

 In einem zweiten Projektteil werden die Einzelergebnisse miteinander verknüpft und vor dem Hintergrund der bildhauerischen Arbeit von Birgit Cauer im Haus am Lützowplatz in eigenständige Organismen aus dem Zusammenspiel von Kunst und Natur überführt. Aus Experimenten mit Pflanzen, Eisenstangen, Plastikschläuchen, Fundstücken und vorhandenen Architekturelementen, die miteinander verflochten, verwoben, verbunden, verschweißt, verwachsen werden, entstehen dauerhafte Objekte und Räume als Beispiele bildhauerischer Gestaltung eines Lebensraumes, in dem sich die sowohl vom Menschen als auch von der Natur (Witterung, Alterung, Wachstum, Abnutzung) ausgehenden Wirkweisen niederschlagen.

 Ziel ist, dass die Studierenden in ihrem nachfolgenden Praktikum mit Kindern und Jugendlichen im Garten des Hauses am Lützowplatz weiterarbeiten und das Thema „Nachhaltigkeit“ aufbereiten. Wünschenswert ist, dass der Kunstverein und sein Garten zu einem dauerhaft nutzbaren und zugänglichen Ort wird und die Veränderungen an der Gestaltung weiter verfolgt und begleitet werden können.

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